Lippische Gemeinde wagt sich in Snapchat hinein

snap.church-QR-FarbeEin besonderer Adventskalender …auf Snapchat

Viele von uns haben schon mal einen Adventskalender selbst gestaltet. Mit viel Liebe kleine Geschenke ausgesucht oder gebastelt, sorgfältig verpackt und mit einer Nummer versehen. Aber wer von uns hat schon einmal einen Adventskalender für jemand völlig Fremdes gestaltet?

Auf dieses Experiment lässt sich dieses Jahr eine Gruppe von Jugendlichen ein, die sich bunt zusammengewürfelt aus den Gemeinden Reelkirchen und Wöbbel gefunden haben. Ziel ist ein Adventskalender, der aus Bildern und Videos besteht und nur am jeweiligen Tag eingesehen werden kann. An einem Tag kann man vielleicht jemanden beim Plätzchenbacken begleiten, an einem anderen Tag wird die Weihnachts(vor)geschichte mit Bildern erzählt. Was genau die Kalenderangucker erwartet, steht noch nicht fest und wird erst am jeweiligen Tag erlebbar.

Eine weitere Besonderheit des Adventskalenders ist die Art der Verteilung. Da die Idee „von Jugendliche für Jugendliche“ im Vordergrund steht, erscheinen die Bilder und Videos in einem Netzwerk, das viele Jugendliche ohnehin benutzen: Snapchat. Wer dieses Kalender-Experiment (so etwas hat noch nie jemand versucht) miterleben möchte*, folgt bei Snapchat einfach „snap.church“. Das Projekt snap.church ist der erste Versuch im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland kirchliche Kommunikation auf Snapchat zu betreiben. Aktuelle Informationen dazu gibt es demnächst auf der Seite http://www.snap.church (ohne .de dahinter!)

Los geht’s am 1. Dezember – wir sehen uns!

Wolfgang Loest (Vikar der Kirchengemeinde Wöbbel)

INFO: Snapchat
Snapchat ist eine App, die auf den gängigen Smartphones läuft und bei der man sich privat untereinander Nachrichten schreiben oder sogenannte Geschichten öffentlich verteilen kann. Im Gegensatz zu vielen anderen Nachrichtenapps erscheinen die Mitteilungen nur für ein paar Sekunden und verschwinden dann wieder.

 

*Natürlich sind auch Erwachsene herzlich eingeladen.
PS: Dieser ursprünglich für einen Gemeindebrief geschriebene Artikel darf gerne weiterverbreitet werden. 🙂

PPS: Als Nachschlag ein einfaches Plakat zum Herunterladen – für die analoge Welt 😉

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Barcamp Kirche RWL

Wie erstelle ich eine Homepage für meine Gemeinde? Und welche Inhalte sind erfolgversprechend? Darf ich die Fotos aus dem Familiengottesdienst im Internet posten? Lohnt sich eine Facebook-Fanseite für meine Gemeinde? Oder mache ich für Kindergarteneltern eine Facebook-Gruppe auf? Wie kann ich Social Media sinnvoll missionarisch nutzen? Wie gestalte ich einen Twittergottesdienst?

Solche und andere Fragen konnten auf dem ersten Barcamp Kirche RWL (Rheinland, Westfalen, Lippe) gestellt und beantwortet werden. Ein paar Eindrücke, die die Wichtigkeit solcher Veranstaltung unterstreichen, könnt ihr euch hier anschauen. Vielleicht bekommt ihr ja Lust, das nächste Mal selbst dabei zu sein (immerhin waren dieses Jahr nur 2 Lipper mit dabei).

Für die Story in voller Größe klickt hier.

Das nächste Barcamp Kirche RWL findet vom 18.-20.09.2015 statt, also merkt euch diesen Termin schon mal vor! Weitere Infos zum diesjährigen Barcamp gibt es auf kirche-rwl.de und kircherwl.mixxt.de

Kirche² – Ideen, Projekte und großartige Menschen

Jetzt habt ihr 48 Stunden Zeit, die Idee von Kirche² bei euch zu Hause auf den Weg zu bringen – so etwa hieß es in einem der Hauptplena. Und welche Idee war das? Wenn man es genau nimmt, war es nicht nur eine Idee, es waren tausende neue Ideen, tausende gute Projekte und mehr als tausend katholische wie evangelische Menschen, die miteinander ihre Freude am Glauben und an der Kirche teilten. Nein, es ging nicht darum sich selbst zu beweihräuchern und zu sagen, wie toll alles in der Kirche läuft, es ging um eine Fülle von Neuanfängen, die gewagt wurden, weil etwas nicht so gut lief.

Etwas völlig Neues ereignete sich beispielsweise am Abend der Vorkonferenzen, der erste Preacherslam – eine Art Poetryslam, bei dem weltliche Poeten auf Prediger treffen und vor Publikum ihr Können unter Beweis stellen – fand in der Jugendkirche Hannover statt.


Eines der Projekte, die ich mir anschauen konnte, war das auch für lippische Gemeinden interessante Konzept einer Citykirche auf dem Land. Vorgestellt wurde die Arbeit der Kirchengemeinde Harpstedt, die zwar weit größer ist, als die typische lippische Dorfgemeinde, aber unter ähnlichen strukturellen Problemen leidet. Der Ausgangspunkt dieses Konzept war eine notwendige Renovierung, zu der allerdings das Geld fehlte. Aus der darauf folgenden Fundraisingaktion entstanden Gruppen, Glaubenskurse und Aktionen, die bis heute Bestand haben. Als ein besonders wichtiger Faktor beim Bestehenbleiben stellte sich die öffentliche Wertschätzung der Arbeit der Ehrenamtlichen und die gute Öffentlichkeitsarbeit heraus. Eine schnelle Mitschrift mit vielen Tippfehlern, aber eben so vielen Impulsen ist hier zu finden.

Die Sprecherinnen und Sprecher waren durchweg hervorragend ausgewählt und verstanden es, das Publikum zu begeistern. Einfach großartig waren die Ausführungen von Nadia Bolz-Weber über ihre Gemeinde »House for all Sinners and Saints« und der Bericht über das Gemeindeprojekt e/motion in Essen von der Preacherslam-Gewinnerin Christina Brudereck.

Wie gut die Organisation von Kirche² war, lässt sich kaum in Worte fassen. Es war die erste Großveranstaltung, die ich erlebt habe, bei der es durchgehend Wlan und genug Steckdosen für die Onliner gab, eine Rundumbetreuung für Standbetreiber und eine rundum professionelle Medienunterstützung. Der Livestream lief großartig und Twitteranfragen wurden prompt beantwortet. Wer einen Eindruck von der Kommunikation auf Twitter während des Kongresses gewinnen möchte, sei auf die Storify-Stories von Kilianmartin verwiesen. Wenn ich mich recht erinnere, wird momentan daran gearbeitet, die Videos der Plena online zur Verfügung zu stellen.

Ein schöneres Fazit als der anglikanische Bischof Nick Baines kann ich auch nicht ziehen, deshalb viel Spaß beim Weiterlesen 😉

PS: In eigener Sache: In wenigen Minuten werden mir per Post meine Themen für die Examensarbeit zugestellt. Wegen des erhöhten Arbeitsaufwandes kann es sein, dass es in diesem Blog einige Zeit ruhig wird. Aber denkt daran, evinlippe ist ein Mitmachprojekt, wenn ihr hier schreiben möchtet, meldet euch einfach (evinlippe[ät]yahoo.de)!

Kirche²

„Was ist mein Traum von Kirche? Für welchen Gottesdienst lohnt es sich, sonntags morgens aufzustehen? Und wie sieht eine Gemeinde aus, zu der ich meine Freundinnen und Freunde einladen möchte?“

Diese und andere Fragen werden auf dem ökumenischen Kongress Kirche² (sprich: Kirche hoch zwei) zur Sprache kommen. Insgesamt 1000 Menschen werden sich in großen Vorträgen, aber auch in Workshops und Kleingruppen intensiv dazu Gedanken machen, wie es mit der Kirche weiter gehen kann. Spannende Ideen werden präsentiert, hervorragende Projekte vorgestellt und an neuen Konzepten gefeilt (⤷Programm). Es geht um Vernetzung, persönliche Gespräche, Forschungsergebnisse und Gedankenaustausch. Und all das findet im Kongresszentrum der Messe Hannover statt.

Ich bin einer der Glücklichen, die eine der begehrten Karten ergattern konnten und freue mich schon riesig auf diese besondere Art des Lernens und Entdeckens. Aber ihr müsst nicht traurig sein, wenn ihr nicht mit nach Hannover kommen könnt. Kirche² möchte nämlich auch euch mit dabei haben. Mit dem dem vollständig vorbereiteten Ablaufplan „Kirche² lokal“ braucht ihr eigentlich nur noch andere Interessierte einladen, es gibt sogar schon Einladungsvordrucke. Am 15. und/oder 16. Februar reicht ein PC mit Beamer und Boxen für den Livestream und das ausgedruckte Material. Es wäre toll, wen so etwas auch in Lippe stattfinden würde.

Werdet Teil von Kirche² !

PS: Vergesst bei dem Einladungen nicht, in die ökumenische Runde zu schauen, Gegensätze ziehen sich an 😉

Relicamp

Relicamp (von @bcgie)

Am Freitag ging es los mit dem Relicamp. Zeitlich überschnitt sich das Barcamp in der erste Stunde mit der Internetreferentinnen und -refenrentenkonferenz. So kamen auch die ganz normalen Relicampteilnehmer in den Genuss des Hauptvortrags der Konferenz. Dieser drehte sich um die Probleme des Datenschutzes und stellte einige Lösungen vor.

Danach war nur noch Zeit für vier „Sessions“, also Einheiten in denen es einen Vortrag gibt, diskutiert oder anders an einem Thema gearbeitet wird, jeweils 2 gleichzeitig.
Es ergab sich, dass in dem einen Raum kirchliche SocialMedia-Konzepte diskutiert, in dem anderen die Projekte rpi-virtuell und Offene Bibel vorgestellt wurden.
Ich war in der Diskussion um die Strategie der Pfälzischen Landeskirche und konnte erfahren, wie die Strukturen, Zuständigkeiten und Freiheiten geregelt sind. Die Ev. Landeskirche in der Pfalz hat seit einigen Monaten eine 25%-Stelle für SocialMedia, die Mechthild Werner ausfüllt. Im Rahmen dieser Stelle bloggt sie über aktuelle Themen aus Landeskirche und EKD, wobei sie die Freiheit hat, auch mal kritische Fragen zu stellen. Diese persönliche Offenheit regt die Leserinnen und Leser zu einer offenen Diskussion an. Die Themen des Blogs werden meist abgesprochen, jedoch werden die Strukturen bewusst flach und klein (nur 3-4 Personen) gehalten. Auf Facebook und Twitter ist sie auch für die Pfälzer aktiv.
Im zweiten Block war ich selbst mit der Vorstellung der Offenen Bibel beschäftigt und konnte meine Zuhörer hoffentlich begeistern. Leider konnte ich so nicht der sicherlich spannenden Session zur SocialMedia-Strategie der Diözese Linz folgen.
Der zweite Tag war ein bunter Mix aus technischen, theoretischen und inhaltlichen Themen. Es ging unter anderem um das Überallinternet und speziell darauf abgestimmtes Webdesign, christliches Selbstbewusstsein im Internet, SocialMedia-Guidelines für Kirchen, SocialNetworks und Medienethik.

Twitterwall in der Kirche

Twitterwall in der Kirche (von @bussfoerare)

Der Sonntag fing nach dem gemeinsamen Frühstück mit einem Twittergottesdienst an, der vom Internetpfarrer der Rheinischen Kirche Ralf-Peter Reimann und dem Pfarrer der Gemeinde in dessen Kirche das Relicamp statt fand gehalten wurde. Ein Twittergottesdienst ist erstmal ein ganz normaler Gottesdienst, mit normaler Liturgie und gewohnten Liedern. Das besondere ist jedoch die Erweiterung der Gemeinde auf alle, die den Gottesdienst im Internet mitverfolgen. Damit die Kommunikation nicht einseitig bleibt, wie etwa in einem Fernseh- oder Radiogottesdienst, wird gut sichtbar eine sogenannte Twitterwall in der Kirche projeziert. Auf dieser Twitterwall tauchen dann alle Tweets der Online-Gemeinde auf. In unserem Fall konnte die ganze Gemeinde über Twitter (diejenigen in der Kirche mit Smartphone, Laptop oder Tablet und die Onlinegemeinde) und Zettel (die Gemeinde vor Ort ohne entsprechende Technik) ihre Gedanken zum Thema Beten (es war schließlich der Sonntag Rogate) und ihre eigenen Gebete in die Fürbitten einbringen. Zusätzlich wurden noch Teile der Liturgie, prägnante Sätze der Predigt und die Nummern der gesungenen Lieder (mit Link auf die Texte oder Videos) aus der Kirche in die Welt hinaus getwittert. Ihr merkt schon, es ist schwer zu beschreiben, mann muss es einfach erleben. Wer die Tweets nachlesen möchte, kann sie zumindest noch für kurze Zeit bei Twitter unter dem Hashtag #rctg12 finden. Im Gottesdienst wurde auch die auf dem Barcamp entwickelte Aktion 70Prozent gestartet.
Von diesem Erlebnis beeindruckt ging das Barcamp auch erst etwas später wieder in geordneten Bahnen weiter und löste sich langsam aus verschiedensten Termingründen auf. Die letzten Sessions drehten sich um ebooks, Kurz-URLs und „Rechtzeitig helfen“.
Man merkte instinktiv und auch oft sehr drastisch und konkret, dass die Diskussion um das Social Web abgeschlossen ist. Es geht nicht mehr darum ob Kirche auf Facebook und Twitter sein darf, es geht nun um Strategien und Best-Practice-Lösungen. Mitschriften zu vielen Sessions des Relicamps gibt es unter http://titanpad.com/relicamp12.
Jetzt heißt es für mich erstmal: Eindrücke wirken lassen, Ideen sacken lassen, vom vielen Mit- und Nachdenken erholen und mich auf nächstes Jahr freuen.

Eine kleine Anekdote zum Schluss: Dass die Welt klein ist und durch das Internet noch weiter zusammen wächst merkte ich daran, dass sich ausgerechnet ein Lipper auf Twitter mit einer Österreicherin und einem Frankfurter unterhielt, die direkt neben mir saßen.

Wer mehr über das Relicamp erfahren möchte kann hier weiter lesen:

von Wolfgang Loest

Die Kirche im Sozialen Netz

Morgen fahre ich nach Frankfurt. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, denn ich bin öfters unterwegs. Doch dieses Wochenende ist etwas Besonderes in Frankfurt los. Das Relicamp findet von Freitag bis Samstag in der Ev. Kirchengemeinde Frieden und Versöhnung statt. Diese Veranstaltung, ein sog. Barcamp, findet zum dritten Mal statt um Menschen zusammen zu bringen, die sich mit Kirche, Internet und Social Media beschäftigen.

Darunter sind nicht nur die Macher von evangelisch.de und rpi-virtuell.net, sondern auch ganz normale Pfarrerinnen und Pfarrer, die das Internet als Tummelplatz ihrer Gemeinde erleben. Ein wichtiges Thema wird in diesem Jahr die Frage nach Richtlinien für die Kommunikation im Internet von Hauptamtlichen sein, sogenannte Social Media Guidelines, sein. Dort werden sowohl rechtliche als auch Stilfragen geklärt. Beispielsweise, ob ein Hauptamtlicher auch mit einem Pseudonym im Internet unterwegs sein darf, oder was er in die breite Internetöffentlichkeit tragen darf und was nicht.

Daneben wird es viele technische und inhaltliche Themen geben, wie etwa Webdesign, Ebooks, Verkündigung und Mission im Internet, Befreiungstheologie und Netzpolitik. Allesamt Themen die auch für unsere Kirche wichtig sind und vermutlich noch weit wichtiger werden.

Meinen Teil werde ich zum Relicamp beitragen, indem ich über die Offene Bibel informieren und ein neuartiges Soziales Netzwerk vorstellen werde, das sehr viel Wert auf Privatsphäre legt und trotzdem mit Facebook verbunden werden kann. Es kann nämlich sehr schnell Probleme geben, wenn man bspw. im Konfirmandenuntericht mit Facebook arbeiten möchte, aber nicht alle angemeldet sind. Wie könnte denn ein Pfarrer einem Jugendlichen einen Vertrag mit einem amerikanischen Unternehmen aufschwatzen, das dazu noch für seinen laxen Umgang mit privaten Daten bekannt ist?

Wenn euch das Thema interessiert, gebt mal Rückmeldung, dann schreibe ich dazu noch einen ausführlicheren Beitrag. Wenn euch das Thema Social Media und Internet zum Hals raushängt, sagt auch Bescheid und schreibt am besten selbst mal in diesem Blog (egal ob es ein Meinungsbeitrag zu einer Veranstaltung, ein Erlebnis, ein Gedanke aus einer gehörten oder gehaltenen Predigt oder ein rein theologischer Beitrag ist), im Moment bin ich ja eher selten in Lippe. 🙂

 

von: Wolfgang Loest

Jugendkonvent: Verhaltenskodex für soziale Netzwerke


Der Jugendkonvent vertritt die evangelischen Jugendgruppen in der Lippischen Landeskirche. Jede Gemeinde ist berechtigt, jeweils zwei Delegierte zu den Vollversammlungen zu benennen.

Vor einigen Wochen tagte der Jugendkonvent in der Jugendbildungsstätte Kupferberg. Das Thema der Vollversammlung waren diesmal SocialNetsworks und Facebook im Besonderen. Wie lippische-landeskirche.de berichtete, wurde am Ende ein Kodex für die Nutzung von Sozialen Netzwerken erstellt. Moderiert hat das Thema und die Erstellung des Kodex der 24-jährige Philipp Meyer, der seit 2008 im Leitungsteam des Jugendkonvents arbeitet.

Wie kommst du dazu, dich so viel mit SocialMedia zu beschäftigen?

Philipp: Mit den sozialen Medien bin ich sehr stark durch mein Studium an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Berührung bekommen. Wir haben bei facebook eine Semestergruppe über die wir uns gegenseitig austauschen, helfen und informieren. Natürlich verfolgt man dann noch intensiver die Netz- und Mediendebatten über Datenschutz- und -sicherheit in sozialen Netzwerken und beginnt sich mit der Zeit auch zu Fragen wie stark man selber davon betroffen ist und wie man sich schützen kann.

Wo siehst du die größten Chancen und wo die größten Risiken von Social Networks?

Philipp: Soziale Netzwerke wie facebook, G+, etc. bringen Leute auf jeden Fall zusammen. Sei es, dass man mit entfernten Freunden in anderen Ländern in Kontakt bleiben kann, sich gegenseitig schnell und einfach informiert oder kollaborativ versucht an Projekten zu arbeiten. Gefährlich sind soziale Netzwerke, durch die Menge an Daten sie von uns erhalten. Im Augenblick wird viel gemutmaßt was mit diesen Daten passiert. Sicher ist, dass im großen Stil Daten über uns ausgewertet und verarbeitet werden, zum Teil sogar über Menschen und Personen die gar nicht bei solchen Netzwerken angemeldet sind. Was würde passieren, wenn diese Daten alle öffentlich zugänglich gemacht werden? Sie vielleicht an Geheimdienste oder Firmen verkauft werden? Klingt ein bisschen nach Paranoia, ist zum Teil aber schon real. Hinzu kommt die oft unterschätze Gefahr von Cybermobbing. Leider gibt es Menschen die sich deshalb schon umgebracht haben.

Wie kam das LT zum Thema? Gab es einen aktuellen Anlass?

Philipp: Es war der Wunsch der Delegierten sich bei einer VV mit diesem Thema zu beschäftigen.

In der kirchlichen Social Media-Szene sind gerade Social Media Guidelines (für den professionellen Einsatz) ein heißes Thema. Ihr habt auf der VV einen Kodex für die Nutzung von Social Networks erstellt. Wer soll sich daran halten?

Philipp: Am liebsten wäre es uns natürlich, wenn sich jeder an diesen Kodex halten würde. Er ist nicht nur speziell für die kirchliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen entstanden, sondern für alle die im Netz unterwegs sind.

Ihr schreibt im Kodex, dass jeder die Privatsphäre der anderen achten soll. Ist die gefährdete Privatsphäre eher ein Problem untereinander oder gegenüber Facebook und anderen Netzanbietern?

Philipp: Ich denke es trifft beides. Zum einen werden natürlich alle Daten in sozialen Netzwerken ersteinmal beim Diensteanbieter gesammelt. Teilweise sind die Einstellungen in den Profilen im Standard so voreingestellt, dass man via google etc. alles über die Person erfahren kann, was man will. Aber auch untereinander ist das wichtig. Wer hat im realen Leben schon 500 „Freunde“??? Jeder Freund erfährt dann so gut wie alle Details über mich (außer ich stelle mein Profil für ihn anders ein, aber wer macht das schon?). Abgesehen davon posten wir ja so ziemlich alles. Gelesen habe ich bei meinen (es sind nur knapp 80 Freunde bei facebook) so ziemlich alles. Von „ich bin besoffen“, „ich geh jetzt kacken“ bis hin zu intimen Details mit wem er/sie am Wochenende im Bett lag. Denkt bitte nach bevor ihr postet!!!

Würdest du jemand empfehlen sich bei Facebook zu registrieren?

Philipp: Schwierige Sache. Aber prinzipiell würde ich ja sagen. Vorrausgesetzt der oder die jenige stellt ihr Profil so ein, dass nicht jeder alle Daten lesen kann und überlegt sich immer gut was er inner- und außerhalb des sozialen Netzwerkes so treibt. Das Netz vergisst nie etwas!

Danke für das Interview!

Verhaltenskodex für soziale Netzwerke – Gegen Mobbing!
– Beschluss der Vollversammlung des Jugendkonventes vom 15. Apr. 2012 –

  1. Ich pflege einen respektvollen Umgang im Netz, denn nicht jeder denkt und fühlt so wie ich.
  2. Ich achte auf die Privatsphäre aller und respektiere sie. Auch meine eigene.
  3. Ich bin mir bewusst, dass mein Handeln immer Konsequenzen hat.
  4.  Ich bleibe echt und authentisch.
  5. Ich trage Konflikte nie im Netz aus.
  6. Ich beteilige mich nicht an Lästereien im Netz.
  7. Ich suche oder biete meine Hilfe an, wenn ich Mobbing im Internet wahrnehme.
  8.  Ich poste positives, anstatt negatives und denke darüber nach wie andere meine Postings wahrnehmen und interpretieren.
  9. Ich handele bei Mobbing sofort, aber nicht überstürzt.
  10. Ich speichere Postings, Screenshots, Verläufe, … ab, um Mobbing zu bekämpfen.