Barcamp Kirche RWL

Wie erstelle ich eine Homepage für meine Gemeinde? Und welche Inhalte sind erfolgversprechend? Darf ich die Fotos aus dem Familiengottesdienst im Internet posten? Lohnt sich eine Facebook-Fanseite für meine Gemeinde? Oder mache ich für Kindergarteneltern eine Facebook-Gruppe auf? Wie kann ich Social Media sinnvoll missionarisch nutzen? Wie gestalte ich einen Twittergottesdienst?

Solche und andere Fragen konnten auf dem ersten Barcamp Kirche RWL (Rheinland, Westfalen, Lippe) gestellt und beantwortet werden. Ein paar Eindrücke, die die Wichtigkeit solcher Veranstaltung unterstreichen, könnt ihr euch hier anschauen. Vielleicht bekommt ihr ja Lust, das nächste Mal selbst dabei zu sein (immerhin waren dieses Jahr nur 2 Lipper mit dabei).

Für die Story in voller Größe klickt hier.

Das nächste Barcamp Kirche RWL findet vom 18.-20.09.2015 statt, also merkt euch diesen Termin schon mal vor! Weitere Infos zum diesjährigen Barcamp gibt es auf kirche-rwl.de und kircherwl.mixxt.de

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Die Kirche im Sozialen Netz

Morgen fahre ich nach Frankfurt. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, denn ich bin öfters unterwegs. Doch dieses Wochenende ist etwas Besonderes in Frankfurt los. Das Relicamp findet von Freitag bis Samstag in der Ev. Kirchengemeinde Frieden und Versöhnung statt. Diese Veranstaltung, ein sog. Barcamp, findet zum dritten Mal statt um Menschen zusammen zu bringen, die sich mit Kirche, Internet und Social Media beschäftigen.

Darunter sind nicht nur die Macher von evangelisch.de und rpi-virtuell.net, sondern auch ganz normale Pfarrerinnen und Pfarrer, die das Internet als Tummelplatz ihrer Gemeinde erleben. Ein wichtiges Thema wird in diesem Jahr die Frage nach Richtlinien für die Kommunikation im Internet von Hauptamtlichen sein, sogenannte Social Media Guidelines, sein. Dort werden sowohl rechtliche als auch Stilfragen geklärt. Beispielsweise, ob ein Hauptamtlicher auch mit einem Pseudonym im Internet unterwegs sein darf, oder was er in die breite Internetöffentlichkeit tragen darf und was nicht.

Daneben wird es viele technische und inhaltliche Themen geben, wie etwa Webdesign, Ebooks, Verkündigung und Mission im Internet, Befreiungstheologie und Netzpolitik. Allesamt Themen die auch für unsere Kirche wichtig sind und vermutlich noch weit wichtiger werden.

Meinen Teil werde ich zum Relicamp beitragen, indem ich über die Offene Bibel informieren und ein neuartiges Soziales Netzwerk vorstellen werde, das sehr viel Wert auf Privatsphäre legt und trotzdem mit Facebook verbunden werden kann. Es kann nämlich sehr schnell Probleme geben, wenn man bspw. im Konfirmandenuntericht mit Facebook arbeiten möchte, aber nicht alle angemeldet sind. Wie könnte denn ein Pfarrer einem Jugendlichen einen Vertrag mit einem amerikanischen Unternehmen aufschwatzen, das dazu noch für seinen laxen Umgang mit privaten Daten bekannt ist?

Wenn euch das Thema interessiert, gebt mal Rückmeldung, dann schreibe ich dazu noch einen ausführlicheren Beitrag. Wenn euch das Thema Social Media und Internet zum Hals raushängt, sagt auch Bescheid und schreibt am besten selbst mal in diesem Blog (egal ob es ein Meinungsbeitrag zu einer Veranstaltung, ein Erlebnis, ein Gedanke aus einer gehörten oder gehaltenen Predigt oder ein rein theologischer Beitrag ist), im Moment bin ich ja eher selten in Lippe. 🙂

 

von: Wolfgang Loest

Ökumene der Landeskirchen

…der Konfessionen und der europäischen Kirchen.

Es ist noch gar nicht so lange her, da konnte ein lutherischer Pfarrer nicht einfach so auf die Kanzel einer reformierten Kirche steigen und predigen. Auch das Abendmahl durfte nicht von einem reformierten Pfarrer in einer lutherischen Gemeinde eingesetzt werden.
Selbst in der unierten Evangelischen Kirche im Rheinland traute man der anderen evangelischen Konfession nicht über den Weg. Meine Mutter – eine gebürtige Wuppertalerin – kann sich noch daran erinnern, wie in ihrer Kindheit hinter vorgehaltener Hand über eine ihrer Tanten getuschelt wurde, als gehöre sie einer Sekte an: „Die geht in die Gemarke, die ist REFORMIERT!“

Ich, als nach 1973 geborener und in frühester Kindheit eingelipperter Mensch, kann mir so etwas heute kaum noch vorstellen. In Lippe leben beide Konfessionen miteinander in einer Landeskirche und kommen die meiste Zeit gut miteinander aus. Und sogar den ein oder anderen Pfarrer hat man die Seiten wechseln gesehen. Wenn Gottesdienstvertretungen anstehen, schaut man natürlich zuerst in seiner eigenen Klasse (und damit bleibt es erstmal bei der eigenen Konfession), aber auch wenn das mal nicht klappt, ist das heutzutage kein Beinbruch mehr.

1973 wurde die sogenannte Leuenberger Konkordie fertiggestellt und von vielen europäischen Kirchen unterzeichnet. Dieses Dokument stellt fest, dass Lutherander, Reformierte und Unierte einen gemeinsamen Grund des Glaubens haben: Gott rechtfertigt uns (vergibt uns unsere Schuld) allein, weil wir glauben. Dieser Glaubensgrund äußert sich zwar in den Konfessionen unterschiedlich, z.B. durch ein anderes Abendmahlsverständnis, aber dieser Ausdruck des Glaubensgrunds steht einer Abendmahlsgemeinschaft nicht (mehr) im Wege.

Zugegeben, heute kommt es in unserer Landeskirche durchaus vor, dass man nicht weiß, ob man lutherisch oder reformiert ist. Der mittlerweile erschallende Ruf nach mehr Profilschärfe ist sicherlich nicht verkehrt, denn mit einen reformierten Gottesdienst (schlicht und ganz auf die Predigt zentriert) und einen lutherischen Gottesdienst (mit komplett gesungener Liturgie und Abendmahl) kann man sehr viel mehr unterschiedliche Menschen ansprechen. Trotzdem ist es doch wunderbar, dass man sich nicht mehr als Kirchgänger überlegen muss, ob man in der Kirche in der man gerade sitzt zum Abendmahl gehen darf und als Kirchenvorstand ob der Pfarrer überhaupt auf der eigenen Kanzel predigen darf.

Ein bisschen Lokalpatriotismus kann ich mir zum Schluss nicht verkneifen (auch wenn ich nur ein „Beutelipper“ bin): Die Lippische Landeskirche hat die Leuenberger Konkordie als allererste Kirche unterzeichnet.

Eine Frage noch an die älteren Leser: War die Konfessionszugehörigkeit vor den 70er-Jahren auch in Lippe ein so heikles Thema wie in Wuppertal?

 

von: Wolfgang Loest

Zukunftsmusik und Gegenwartsblues

„Kirchen sind rückständig, schauen nur nach hinten und leben in der Vergangenheit.“ Solche Vorurteile hört man hin und wieder, besonders von  „kirchenfernen“ Menschen.

In der Tat ist es manchmal so, dass gerade technische Neuerungen nur langsam Einzug in die Kirchen halten. Bis das E-Mail-Abrufen im Alltag des Durchschnitts-Pfarrers einzog, vergingen schon einige Jahre. Bei manchen hat sich die E-Mail bis heute nicht als normales Kommunikationsmittel neben anderen etabliert. Dass das bei weitem nicht überall so ist, zeigen bloggende Pfarrer, twitternde Pfarrinnen (eine Liste gibt es hier) und facebookunterstützter Konfi-Unterricht. Wenn man die Sätze wie „Menschen da abholen wo sie stehen“ oder „das Evangelium allem Volk predigen“ ernst nehmen will, dann ist es zumindest nicht von Nachteil auch im Internet präsent zu sein. Natürlich gibt es hier manch absonderliche Fallstricke und rechtliche Hürden, aber die gibt es auch im physischen Leben.

Was euch hier erwartet? Nichts Offizielles, eigene Meinungen, das SocialMedia-typische „Du“, Kommentarmöglichkeit (selbstverständlich, oder?), lippische Innenansichten aus Kirche und Diakonie, Bilder aus Lippe, Liveblogging von Synoden, Links auf spannende Blogs und Artikel, und vieles mehr.

Dieses Blog soll die Lücke zwischen offizieller Internetseite der Landeskirche und dem Social Web schließen, denn im Bereich der SocialMedia ist die Landeskirche leider noch nicht wirklich breit aufgestellt. Hier wird also fleißig ausprobiert und getestet, was geht und was nicht. Wenn du kirchlich aktiv bist und mitbloggen möchtest, melde dich einfach bei uns!

PS: Wir sind auch bei Twitter aktiv!

PPS: Eine besondere Veranstaltungsempfehlung für Web 2.0 Enthusiasten: das Relicamp in Frankfurt am Main.