Kirche²

„Was ist mein Traum von Kirche? Für welchen Gottesdienst lohnt es sich, sonntags morgens aufzustehen? Und wie sieht eine Gemeinde aus, zu der ich meine Freundinnen und Freunde einladen möchte?“

Diese und andere Fragen werden auf dem ökumenischen Kongress Kirche² (sprich: Kirche hoch zwei) zur Sprache kommen. Insgesamt 1000 Menschen werden sich in großen Vorträgen, aber auch in Workshops und Kleingruppen intensiv dazu Gedanken machen, wie es mit der Kirche weiter gehen kann. Spannende Ideen werden präsentiert, hervorragende Projekte vorgestellt und an neuen Konzepten gefeilt (⤷Programm). Es geht um Vernetzung, persönliche Gespräche, Forschungsergebnisse und Gedankenaustausch. Und all das findet im Kongresszentrum der Messe Hannover statt.

Ich bin einer der Glücklichen, die eine der begehrten Karten ergattern konnten und freue mich schon riesig auf diese besondere Art des Lernens und Entdeckens. Aber ihr müsst nicht traurig sein, wenn ihr nicht mit nach Hannover kommen könnt. Kirche² möchte nämlich auch euch mit dabei haben. Mit dem dem vollständig vorbereiteten Ablaufplan „Kirche² lokal“ braucht ihr eigentlich nur noch andere Interessierte einladen, es gibt sogar schon Einladungsvordrucke. Am 15. und/oder 16. Februar reicht ein PC mit Beamer und Boxen für den Livestream und das ausgedruckte Material. Es wäre toll, wen so etwas auch in Lippe stattfinden würde.

Werdet Teil von Kirche² !

PS: Vergesst bei dem Einladungen nicht, in die ökumenische Runde zu schauen, Gegensätze ziehen sich an 😉

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Choraltag

Durch einen Zufall bin ich in die Schulungsarbeit des MBK gekommen und habe vor Ostern das dritte Mal einen JuLeiCa-Kurs mitgeteamt. Das Team war toll, die Teilnehmer waren supermotiviert und die Inhalte waren wie immer wichtig und praxisorientiert. Kurz vorher habe ich mich aber wieder einmal gefragt, warum ich mir das eigentlich antue. In der Examensvorbereitung sollte man eigentlich keine ganze Woche in ein nicht prüfungsrelevantes Thema stecken und mitten drin auch keine Sonntags-Predigt halten, die nicht zum Examen gehört.

Spätestens am zweiten Tag der Schulung wusste ich wieder ganz genau, warum ich dort war. Wenn man nur noch am Computer und vor seinen Lernkarten hockt, dann verliert man den Blick aufs Wesentliche. Ich habe nicht jahrelang Theologie studiert um geistlich ausgebrannt ein Examen zu bestehen und um einen akademischen Grad zu erlangen. Ich habe das Studium angefangen um Gemeindepfarrer zu werden, um Menschen von Gott zu erzählen und um sie für den christlichen Glauben zu begeistern.

Auf diesem JuLeiCa-Grundkurs  (den ich selbst vor etlichen Jahren als Teilnehmer bei der Zentrale für Jugendarbeit in der Lippischen Landeskirche genossen habe) gab es regelmäßig Andachten und es wurde viel gesungen. Wie schon in den Praktika während des Studiums gingen mir die Melodien und der Text vieler Lieder nicht mehr aus dem Kopf und ich wachte jeden Morgen mit einem Choral auf den Lippen auf. Da ich Ohrwürmer nur schwer unterdrücken kann, werden all jene Tage an denen ich frühmorgens Kirchenlieder schmettere, von meiner Verlobten liebevoll Choraltage genannt. Diese Tage sagen aber nicht nur etwas über meinen Umgang mit Ohrwürmern aus, sondern auch darüber, wie sehr mein geistlicher Akku aufgeladen ist.

Die Schulung hat genau das bewirkt, sie hat den geistlichen Akku aufgeladen und mir einen Motivationsschub für das Studienende verpasst. Die Teilnehmer konnten nicht nur von mir in den Lerneinheiten etwas mitnehmen (wollen wir’s hoffen), sondern sie haben mir auch etwas zurück gegeben. Choraltage am laufenden Band, Praxis in der Theoriewüste, einen vollen Akku.

Was lädt euren geistlichen Akku auf? Habt ihr auch Choraltage?

 

von: Wolfgang Loest