Kirchenältestentag in Blomberg

Kirchenvorstände planen gemeinsame Zukunft in der neuen Klasse Ost

JArtikel_Bild_1a, es ist schon etwas her, aber so lange ich hier noch keinen Mitautor habe, müsst ihr halt warten 🙂

Am Samstag den 1. März ereignete sich Außergewöhnliches in Blomberg. Aus allen Himmelsrichtungen strömten insgesamt 45 Kirchenälteste in das Gemeindehaus der reformierten Kirchengemeinde, um gemeinsam die Zukunft ihrer Gemeinden in den Blick zu nehmen. Nach einem Beschluss der Lippischen Landessynode 2014, wird es ab dem 1. Januar 2015 nicht mehr 7 reformierte Klassen („Kirchenkreise“) geben, sondern nur noch vier. Die Klasse mit der größten Zahl von Gemeinden wird die Klasse Ost sein, zu der auch die „Alt Klasse Blomberg“ gehören wird. Insgesamt 18 Gemeinden aus den ehemaligen Klassen Horn, Blomberg und Bösingfeld werden ab 2015 mit neuen Partnern zusammenarbeiten und das kirchliche Leben im östlichen Lippe gestalten.

Ubild2nvorbereitet wollte niemand diesen großen strukturellen Wandel auf sich zukommen lassen und so trafen sich Kirchenälteste aus allen Gemeinden der neuen Klasse Ost. Auf dem Plan  stand neben dem gegenseitigen Kennenlernen die Fragen nach dem Unverzichtbaren, den Gemeinsamkeiten – seien es Herausforderungen oder Stärken – und den Träumen für eine gemeinsam gestaltete Zukunft. Selbst in den Pausen bildeten sich immer wieder gemeindeübergreifende Gesprächsgrüppchen, die nicht von den Themen der Arbeitsphasen lassen konnten. Als am Ende das Wichtigste in Hitlisten zusammengetragen wurde, gab es nicht eine Gruppe, die nicht die Kooperation mit anderen Gemeinden auf ihrem Zettel stehen hatte.

Durch die gute Vorbereitung des Planungsteams und der engagierten Mitarbeit aller Kirchenvorstände wurde aus dem Kirchenältestentag eine wegweisende Veranstaltung, deren Stimmung nicht besser hätte sein können.
Auch wenn es noch ein paar Monate dauern wird, bis die Klasse Ost „geboren“ wird, die freudige Erwartung und die anderen Umstände in denen die Gemeinden sich miteinander befinden, lassen alle miteinander dem errechneten Geburtstermin (8. November) gespannt entgegenfiebern.

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Jugendkonvent: Verhaltenskodex für soziale Netzwerke


Der Jugendkonvent vertritt die evangelischen Jugendgruppen in der Lippischen Landeskirche. Jede Gemeinde ist berechtigt, jeweils zwei Delegierte zu den Vollversammlungen zu benennen.

Vor einigen Wochen tagte der Jugendkonvent in der Jugendbildungsstätte Kupferberg. Das Thema der Vollversammlung waren diesmal SocialNetsworks und Facebook im Besonderen. Wie lippische-landeskirche.de berichtete, wurde am Ende ein Kodex für die Nutzung von Sozialen Netzwerken erstellt. Moderiert hat das Thema und die Erstellung des Kodex der 24-jährige Philipp Meyer, der seit 2008 im Leitungsteam des Jugendkonvents arbeitet.

Wie kommst du dazu, dich so viel mit SocialMedia zu beschäftigen?

Philipp: Mit den sozialen Medien bin ich sehr stark durch mein Studium an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Berührung bekommen. Wir haben bei facebook eine Semestergruppe über die wir uns gegenseitig austauschen, helfen und informieren. Natürlich verfolgt man dann noch intensiver die Netz- und Mediendebatten über Datenschutz- und -sicherheit in sozialen Netzwerken und beginnt sich mit der Zeit auch zu Fragen wie stark man selber davon betroffen ist und wie man sich schützen kann.

Wo siehst du die größten Chancen und wo die größten Risiken von Social Networks?

Philipp: Soziale Netzwerke wie facebook, G+, etc. bringen Leute auf jeden Fall zusammen. Sei es, dass man mit entfernten Freunden in anderen Ländern in Kontakt bleiben kann, sich gegenseitig schnell und einfach informiert oder kollaborativ versucht an Projekten zu arbeiten. Gefährlich sind soziale Netzwerke, durch die Menge an Daten sie von uns erhalten. Im Augenblick wird viel gemutmaßt was mit diesen Daten passiert. Sicher ist, dass im großen Stil Daten über uns ausgewertet und verarbeitet werden, zum Teil sogar über Menschen und Personen die gar nicht bei solchen Netzwerken angemeldet sind. Was würde passieren, wenn diese Daten alle öffentlich zugänglich gemacht werden? Sie vielleicht an Geheimdienste oder Firmen verkauft werden? Klingt ein bisschen nach Paranoia, ist zum Teil aber schon real. Hinzu kommt die oft unterschätze Gefahr von Cybermobbing. Leider gibt es Menschen die sich deshalb schon umgebracht haben.

Wie kam das LT zum Thema? Gab es einen aktuellen Anlass?

Philipp: Es war der Wunsch der Delegierten sich bei einer VV mit diesem Thema zu beschäftigen.

In der kirchlichen Social Media-Szene sind gerade Social Media Guidelines (für den professionellen Einsatz) ein heißes Thema. Ihr habt auf der VV einen Kodex für die Nutzung von Social Networks erstellt. Wer soll sich daran halten?

Philipp: Am liebsten wäre es uns natürlich, wenn sich jeder an diesen Kodex halten würde. Er ist nicht nur speziell für die kirchliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen entstanden, sondern für alle die im Netz unterwegs sind.

Ihr schreibt im Kodex, dass jeder die Privatsphäre der anderen achten soll. Ist die gefährdete Privatsphäre eher ein Problem untereinander oder gegenüber Facebook und anderen Netzanbietern?

Philipp: Ich denke es trifft beides. Zum einen werden natürlich alle Daten in sozialen Netzwerken ersteinmal beim Diensteanbieter gesammelt. Teilweise sind die Einstellungen in den Profilen im Standard so voreingestellt, dass man via google etc. alles über die Person erfahren kann, was man will. Aber auch untereinander ist das wichtig. Wer hat im realen Leben schon 500 „Freunde“??? Jeder Freund erfährt dann so gut wie alle Details über mich (außer ich stelle mein Profil für ihn anders ein, aber wer macht das schon?). Abgesehen davon posten wir ja so ziemlich alles. Gelesen habe ich bei meinen (es sind nur knapp 80 Freunde bei facebook) so ziemlich alles. Von „ich bin besoffen“, „ich geh jetzt kacken“ bis hin zu intimen Details mit wem er/sie am Wochenende im Bett lag. Denkt bitte nach bevor ihr postet!!!

Würdest du jemand empfehlen sich bei Facebook zu registrieren?

Philipp: Schwierige Sache. Aber prinzipiell würde ich ja sagen. Vorrausgesetzt der oder die jenige stellt ihr Profil so ein, dass nicht jeder alle Daten lesen kann und überlegt sich immer gut was er inner- und außerhalb des sozialen Netzwerkes so treibt. Das Netz vergisst nie etwas!

Danke für das Interview!

Verhaltenskodex für soziale Netzwerke – Gegen Mobbing!
– Beschluss der Vollversammlung des Jugendkonventes vom 15. Apr. 2012 –

  1. Ich pflege einen respektvollen Umgang im Netz, denn nicht jeder denkt und fühlt so wie ich.
  2. Ich achte auf die Privatsphäre aller und respektiere sie. Auch meine eigene.
  3. Ich bin mir bewusst, dass mein Handeln immer Konsequenzen hat.
  4.  Ich bleibe echt und authentisch.
  5. Ich trage Konflikte nie im Netz aus.
  6. Ich beteilige mich nicht an Lästereien im Netz.
  7. Ich suche oder biete meine Hilfe an, wenn ich Mobbing im Internet wahrnehme.
  8.  Ich poste positives, anstatt negatives und denke darüber nach wie andere meine Postings wahrnehmen und interpretieren.
  9. Ich handele bei Mobbing sofort, aber nicht überstürzt.
  10. Ich speichere Postings, Screenshots, Verläufe, … ab, um Mobbing zu bekämpfen.

Zukunftsmusik und Gegenwartsblues

„Kirchen sind rückständig, schauen nur nach hinten und leben in der Vergangenheit.“ Solche Vorurteile hört man hin und wieder, besonders von  „kirchenfernen“ Menschen.

In der Tat ist es manchmal so, dass gerade technische Neuerungen nur langsam Einzug in die Kirchen halten. Bis das E-Mail-Abrufen im Alltag des Durchschnitts-Pfarrers einzog, vergingen schon einige Jahre. Bei manchen hat sich die E-Mail bis heute nicht als normales Kommunikationsmittel neben anderen etabliert. Dass das bei weitem nicht überall so ist, zeigen bloggende Pfarrer, twitternde Pfarrinnen (eine Liste gibt es hier) und facebookunterstützter Konfi-Unterricht. Wenn man die Sätze wie „Menschen da abholen wo sie stehen“ oder „das Evangelium allem Volk predigen“ ernst nehmen will, dann ist es zumindest nicht von Nachteil auch im Internet präsent zu sein. Natürlich gibt es hier manch absonderliche Fallstricke und rechtliche Hürden, aber die gibt es auch im physischen Leben.

Was euch hier erwartet? Nichts Offizielles, eigene Meinungen, das SocialMedia-typische „Du“, Kommentarmöglichkeit (selbstverständlich, oder?), lippische Innenansichten aus Kirche und Diakonie, Bilder aus Lippe, Liveblogging von Synoden, Links auf spannende Blogs und Artikel, und vieles mehr.

Dieses Blog soll die Lücke zwischen offizieller Internetseite der Landeskirche und dem Social Web schließen, denn im Bereich der SocialMedia ist die Landeskirche leider noch nicht wirklich breit aufgestellt. Hier wird also fleißig ausprobiert und getestet, was geht und was nicht. Wenn du kirchlich aktiv bist und mitbloggen möchtest, melde dich einfach bei uns!

PS: Wir sind auch bei Twitter aktiv!

PPS: Eine besondere Veranstaltungsempfehlung für Web 2.0 Enthusiasten: das Relicamp in Frankfurt am Main.

Sei Willkommen

„Sei willkommen. Du bist hier gern gesehen. Wir begrüßen dich mit Liedern, guten Gedanken und Wünschen in unserer Mitte und nehmen dich in Gottes Namen in die Kirche, in die Familie Gottes auf. Immer soll für dich eine Tür offenstehen: die Tür zur Kirche, die Tür zu Gott, die Tür zum Leben. Immer sollst du einen Platz finden, mitten unter und im Leben bei Gott. Keinen Augenblick, im Leben nicht und im Sterben nicht wirst du allein sein.“
(aus der Liturgie der Kindertaufe)