Egal woher du kommst…

Dass ich manchmal mit Ohrwürmern aufwache, ist ja nichts Neues. Heute war es aber zur Abwechslung kein Choral, sondern das „Katastrophenkommando“* von den Toten Hosen.

Ich wurde gerade wach und dachte über die Videos nach, die der Studierendenkonvent auf Juist drehen wird. Dabei wanderten meine Gedanken unweigerlich zu meinem alerersten Videoprojekt im Jahr 1999. Damals gab es noch kein youtube und die Videoschnittmöglichkeiten waren für Privatleute relativ begrenzt. Der Vorabend meiner ersten Ferienfreizeit als Mitarbeiter musste für den ersten Take des geplanten Freizeitvideos herhalten. Als Motiv bot sich der riesige Haufen Freizeitmaterial an, den ich vor der sorgfältigen Verpackung in meinem Zimmer aufgetürmt hatte. In dem Wust konnte man, trotz der Aufnahmequalität der Kamera aus dem vorvorherigen Jahrzehnt, unter anderem einen Reiseführer, eine Gitarre und viele andere Dinge entdecken. Der passende Soundtrack für diesen Chaoshaufen (damit meine ich nicht nur den Materialhaufen in meinem Zimmer, sondern auch den zusammengewürfelten Haufen Freizeitteamer) war natürlch „Katastrophenkommando“ von den damals sehr geschätzten Toten Hosen.
Als ich mir das Lied noch einmal anhörte, um meinen Ohrwurm loszuwerden, stockte ich bei: „Ob dir die ganze Welt gehört, oder ob du ein Niemand bist, ob schwarz oder weiß, wie auch immer du aussiehst, ob du 6 bist oder 60, … wenn du nicht mehr länger allein sein willst, bist du gern bei uns geseh’n… Und wenn du noch nichts vorhast, laden wir dich ein, auf einen Abend den du nie vergessen wirst, unser Ehrengast zu sein… .“

Spontan fühlte ich mich an Jesus und Zachäus erinnert. Jesus war egal, was Zachäus vorher gemacht hat oder wie er aussah, er lud ihn ein, Ehrengast zu sein.

Gerade diese Einladung, ohne die Frage nach der Vergangenheit, dieAufforderung zum Miteinander ohne Bedingungen fehlt mir manchmal in der Kirche. Dabei haben wir eigentlich das bessere Angebot. Bei uns geht es nicht nur um Feiern, sondern um Erlösung und um eine Gemeinschaft, die weit tiefer reicht, als die eines Zechkumpans je reichen kann.

Also, liebe Leserinnen und Leser, seid mutig und ladet andere ein. Gebt zu, dass ihr dazu gehört; nicht etwa zu einem elitären Zirkel, sondern zu einer einladenden Gemeinschaft, die jeden willkommen heißt – egal woher er oder sie kommt und auch „egal ob Mitglied oder nicht“.

*Wer sich das Lied im Original anhören möchte, kann dies auf der CD „Kauf mich“ von den Toten Hosen aus dem Jahr 1993 tun. Vielleicht gibt es auch auf youtube eine Version?

von: Wolfgang Loest

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Nachwuchs? Fehlanzeige!

Als sich der Konvent der Theologiestudierenden vor einiger Zeit mit dem Thema Nachwuchs befasste, wurden teils erschreckende Erkenntnisse in aller Klarheit benannt. Es gibt keine lippischen Theologiestudierende mehr unterhalb der Zwischenprüfung. Wenn das so weitergeht, gibt es 2017 weder Studierende noch Vikare.
Das bedeutet schon jetzt eine vage Ahnung, was uns die Zukunft bringen kann. Schon jetzt gibt es einen Generationenabbruch, 4 Jahre lang hat niemand mehr in Lippe angefangen Theologie mit dem Ziel Pfarramt zu studieren. Wenn sich das nicht bald ändert wird es einen
Als logische Konsequenz ergibt sich daraus, dass nach der langen Durststrecke wieder für das Theologiestudium geworben werden muss. Diese Erkenntnis setzte nicht nur bei den Studierenden, sondern auch im Landeskirchenamt ein. So kann ich vom Studierendenkonvent aus fröhlich berichten, dass wir grünes Licht für ein Werbe-/Imageprojekt bekommen haben. Ein passendes Konzept wurde vom Konvent aufgestellt und beinhaltet die Werbung im SocialWeb. Inwieweit das ganze Konzept durchgeführt werden kann hängt natürlich in hohem Maße von dem Engagement einzelner ab.
Gestartet wird das Projekt auf dem nächsten Theologenkonvent auf Juist und ich bin sehr gespannt, was dabei heraus kommt. Das Positive daran ist: Selbst wenn wir es nicht schaffen sollten, junge Menschen für das Theologiestudium zu begeistern, bringen wir wenigstens die Landeskirche SocialMedia-mäßig ein bisschen nach vorn.

PS: Ein kleiner Lichtblick: Obwohl wir noch gar nicht angefangen haben, gibt es mittlerweile wieder ein paar lippische Interessenten für das Theologiestudium. 🙂

Asche auf mein Haupt, ich habe schon ewig nicht mehr gebloggt. Meine Hochzeit mit Flitterwochen, die langsam ernster werdende Examensvorbereitung und paar private Projekte haben mich in letzter Zeit zu sehr auf Trab gehalten. Nun geht es (hoffentlich) wieder regelmäßiger weiter.